E10-Einführung endgültig gestoppt!

04.04.08 - 16:19 Uhr | Allgemein

Der Versuch ging wohl gründlich in die Hose: Die Pläne, ab dem Jahr 2009 den Krafstoff E10 einzuführen, sind endgültig verworfen worden. So gab Bundesumweltminister Siegmar Gabriel (SPD) heute bekannt, dass die Zwangsbeimischung Biosprit in Benzin (Anteil 10 Prozent) nicht eingeführt wird.

Die peinliche Diskussion um die Erhöhung des Bio-Ethanol-Anteils im Benzin dürfte damit für den Bundesumweltminister als Lachnummer zu Ende gehen, denn wie man mitteilte, weisen zu viele Autos in Deutschland eine E10-Unverträglichkeit auf, so dass man die Absichten nun verworfen habe. Eine herbe Niederlage für Gabriel...

Ursprünglich war geplant, dass ab 2009 bis zu 10 Prozent Bio-Ethanol (E10) in den Ottokraftstoff bzw. Super-Benzin beigemischt wird, um einen Beitrag bei der aktuellen Klima-Debatte zu leisten, was jedoch mittlerweile auch teilweise umstritten ist. Bereits jetzt enthält Normal- und Super-Benzin einen Anteil von fünf Prozent Bio-Ethanol. Dieser sollte, sofern es nach den Plänen der Bundesregierung geht, ab nächstem Jahr auf zehn Prozent steigen.

Bereits vor Kurzem äußerten sich ADAC und der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA genannt) zu dem Thema und veröffentlichten verschiedene Berechnungen, wie viele Fahrzeuge in Deutschland den Kraftstoff E10 nicht vertragen. Bisher ging der genannte Verband von etwa 359.000 Fahrzeugen aus, doch es gibt auch weitaus andere Schätzungen, da diese Berechnungen nur auf Statistiken deutscher Autos basieren . Der ADAC beispielsweise geht von etwa drei Millionen Fahrzeugen aus, die bei einer Einführung des Bio-Ethanol-Anteils von 10 Prozent künftig Super Plus tanken müssten.

Wie es nun in der Presse heißt, will Siegmar Gabriel von der Einführung von E10 vorerst verzichten, sofern tatsächlich mehr als eine Million Fahrzeuge den neuen Kraftstoff mit 10 Prozent Bio-Ethanol-Anteil nicht vertragen sollten und somit auf Super Plus angewiesen wären.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält den Rückzug der Pläne zur Einführung von E10 für richtig, da man der Auffassung ist, dass eher andere Sparpotenziale zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes genutzt werden sollten wie etwa ein Tempolimit sowie eine verbesserte Bauweise von Fahrzeugen durch die Hersteller. Auch der ADAC begrüßte die Entscheidung von Gabriel und appellierte an die Autoindustrie, Politik und die Autofahrer, gemeinsam zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes beizutragen.

Quelle: AutoBild.de

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