Verbrauchsmessung nach NEFZ soll realistischer werden

10.05.10 - 22:45 Uhr | Verkehr

Schon seit einiger Zeit steht die Messung des durchschnittlichen Kraftstoffverbrauchs nach dem "Neuen Europäischen Fahrzyklus" (NEFZ) in der Kritik, zu ungenau und zu unrealistisch gegenüber dem tatsächlichen Verbrauch im Alltagsgebrauch zu sein.

Viele Autokäufer und Autofahrer beschwerten sich, dass die Herstellerangaben nur selten bzw. garnicht zutreffen und in der Paxis als Normverbräuche nie erreichbar wären. Der ADAC sowie zahlreiche Fachzeitschriften hatten bereits in mehreren Versuchen herausgefunden, dass die Normangaben nach NEFZ um bis zu 25 Prozent zu gering angegeben sind und damit die Verbräuche der Neuwagen beschönigen.

Die EU-Komission plant nun, den Testzyklus zur Ermittlung des Normverbrauchs (und damit auch des Kohlendioxidausstoßes) zu verändern. Das Ganze soll spätestens bis 2013 erfolgt sein. Man erhofft sich dadurch realistischere Angaben zu Verbrauch und CO2-Ausstoß. Doch das Ganze könnte einen Haken haben, denn dadurch, dass die Höhe der Kfz-Steuer mittlerweile vom CO2-Ausstoß abhängig ist, könnten Fahrzeuge "auf dem Papier" mehr Emissionen haben (da die Testzyklen und Messmethoden verändert werden) und somit in der Kfz-Steuer steigen würden.

Ebenso könnten die Ziele der Fahrzeughersteller, bis 2015 einen Flottengrenzwert von 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer zu unterschreiten, durch die neuen Messergebnisse nicht mehr erreichbar werden, vermuten Experten.

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