Bei Wildschäden richtig reagieren

14.05.10 - 08:58 Uhr | Markt + Marketing

Rein unfalltechnisch mutiert ein Wildschwein ganz schnell zum Nashorn: Beim Zusammenprall mit dem Haarwild mit 60 km/h wirken Kräfte von bis zu dreieinhalb Tonnen auf das Fahrzeug ein, wie ein Test des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) ergeben hat. Verhält sich der Autofahrer in einer solchen Situation richtig, übernimmt die Kaskoversicherung den Schaden.

Die Wahrscheinlichkeit, auf ein Wildschwein zu treffen, nimmt aufgrund der wachsenden Population – aktuell rund 1,5 Millionen Tiere – von Jahr zu Jahr zu. Gefahr besteht besonders im Mai, im Juni und während der Herbstmonate. Im vergangenen Jahr hat es 28.600 Mal gekracht. Drei Mal mehr als vor zehn Jahren. Hinzu kommen Unfälle mit anderem Haarwild wie Rehen, Füchsen und Hasen. In der Summe sind das rund 200.000 Wildunfälle im Jahr. Die meisten passieren in den frühen Morgenstunden und der Abenddämmerung auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Für Autofahrer heißt das, sie müssen aktuell besonders vorsichtig sein.

Experten empfehlen, langsamer zu fahren, wenn plötzlich Wildtiere am Straßenrand auftauchen. Per Hupe kann man versuchen, die Tiere zu verscheuchen. Fernlicht hilft lediglich, die Gefahr schneller zu erkennen. Beim Kontakt mit einem Wildschwein oder Reh sollte man allerdings abblenden. Die Tiere laufen in der Regel instinktiv Richtung Lichtquelle. Grundsätzlich gilt: Wo ein Tier ist, folgt häufig ein ganzes Rudel. Auf Nummer sicher geht man, wenn man im Bereich von Wildwechsel-Schildern das Tempo drosselt und damit der Anhalteweg verkürzt.

Den Tieren mit einem hektischen Manöver auszuweichen, ist weit gefährlicher als ein kontrollierter Zusammenstoß und kostet im Zweifelsfall sogar den Schutz der Kfz-Versicherung. Die Teilkasko zahlt nur, wenn es sich zum einen Zusammenstoß mit Haarwild handelt. Wer das Auto verreißt, von der Fahrbahn abkommt und gegen einen Baum fährt, geht hingegen leer aus, solange es keine Zeugen für den Vorfall oder eindeutige Spuren für einen Wildunfall gibt. Dann hilft nur eine Vollkaskoversicherung.

Wenn sich eine Kollision nicht vermeiden lässt, muss anschließend der Warnblinker eingeschaltet, die Unfallstelle abgesichert und die Polizei informiert werden. Das Tier darf nur von der Forstdienststelle oder dem Jagdpächter entfernt werden. Die zuständigen Stellen werden von der Polizei benachrichtigt. Sie stellt auch die Wildschadensbescheinigung aus, die für die Autoversicherung benötigt wird. Der Fahrzeughalter selbst sollte den Schaden mit Fotos – notfalls auch mit dem Handy – dokumentieren, um die Abwicklung zu erleichtern.

Artikel aus dem Auto Ratgeber:

Aus dem Lexikon: Runflat Reifen  KIA  Lotus  Skoda  Benzolgehalt 



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