Unwetter-Schäden am Auto – Schadensregulierung nicht garantiert

28.08.17 - 14:07 Uhr | Allgemein

In den Sommermonaten sind Hagel, Sturm und Hochwasser keine Seltenheit. Viele Fahrzeuge nehmen dabei Schaden und Besitzer fragen sich, ob ihre Versicherung zur Regulierung verpflichtet ist. Mehrere Faktoren sind dabei entscheidend. Fest steht, dass Kfz-Halter ohne Kaskoversicherung den finanziellen Aufwand selbst tragen müssen.

Hochwasser- und Hagelschäden



In den vergangenen Wochen haben starke Unwetter in Mittelsachsen, im Raum Wiesbaden und Baden-Württemberg teilweise massive Probleme verursacht. Hagel, Starkregen und Sturm lösten Verkehrsbehinderungen und Überschwemmungen aus. Herabgestürzte Baumkronen, Schlammlawinen und allgemeines Chaos auf den Straßen prägten das Bild. WetterOnline vermittelt Eindrücke aus der Schwäbischen Alb:



Unter den Betroffenen viele Autofahrer, die sich fragen, wer für ihre Schäden aufkommt. Wird ein parkendes Fahrzeug durch Starkregen, vollgelaufene Tiefgaragen bei Hochwasser oder Überschwemmungen beschädigt, sind Teil- beziehungsweise Vollkasko-Versicherung zuständig. Dass der Schaden bezahlt wird, ist aber keinesfalls garantiert. Wäre dieser zum Beispiel durch das Umparken in eine vorhandene Garage vermeidbar gewesen, weil das Unwetter rechtzeitig angekündigt wurde, ist es durchaus denkbar, dass sich die Versicherungsgesellschaft querstellt. Das gilt auch bei grober Fahrlässigkeit, welche unter anderem vorliegt, wenn ein Fahrzeugbesitzer wissentlich überschwemmte Streckenabschnitte befährt. Hagelschäden werden gleichermaßen von Teil- und Vollkasko reguliert.

Fahrzeughalter mit Kfz-Haftpflichtversicherung haben das Nachsehen, da diese Police ausschließlich zur Deckung von Fremdschäden verpflichtet ist. Bei Unwetterschäden am Auto gehen sie leer aus. Sollen ergänzend Schäden am eigenen Pkw abgesichert werden, ist die Ergänzung einer Teil- oder Vollkaskoversicherung unerlässlich, was direkt beim bestehenden Versicherer möglich ist. Um von einem verbesserten Versicherungsschutz zum günstigen Preis zu profitieren, kann es sich alternativ lohnen die Versicherung zu wechseln, was beim Großteil der Verträge zum Jahresende möglich ist. „Das setzt jedoch voraus, dass die Kündigung des bestehenden Kfz-Versicherungsvertrags bis zum Ende der Wechselfrist – üblicherweise dem 30. November – erfolgt“, merkt das unabhängige Serviceportal Verivox passend an, der neben Informationen zur Kfz-Versicherung einen kostenlosen Versicherungsvergleich bereitgestellt. Bei derartigen Vergleichsportalen können Verbraucher komfortabel eine Vielzahl an Angeboten gegenüberstellen, um zügig attraktive Alternativen zu finden. In unserem Ratgeber „Kfz Versicherung kündigen“ erfahren Sie, was beim Auflösen des Vertrags beachtet werden muss.

Schäden durch Sturm



Sturmschäden am eigenen Pkw trägt die Teilkaskoversicherung nur dann, wenn Windstärke 8 oder höher geherrscht hat. Aber nicht nur das eigene Fahrzeug kann von Schäden durch Stürme betroffen sein. Ist der Baum im eigenen Garten beispielsweise verantwortlich für einen massiven Schaden am Auto des Nachbarn, greift die private Haftpflicht-Versicherung des Baumbesitzers. Voraussetzung: Der Baum war beispielsweise morsch und ist nur deshalb umgefallen. Fällt ein gesunder Baum bei einem Unwetter, liegt höhere Gewalt vor und der Eigentümer kann nicht haftbar gemacht werden.



„Bei Mehrfamilienhäusern übernimmt die Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung die Regulierung des Schadens“, fügt der NDR online hinzu. Lässt sich nicht klären, wer an einem Fahrzeugschaden Schuld hat, sind Autobesitzer mit Teilkasko im Vorteil, weil in diesem Fall diese Versicherung die Unkosten übernimmt. Allerdings müssen hier ebenfalls gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Die Versicherer geben dahingehend Auskunft. Wie der ADAC online zum Thema Unwetterschäden hinzufügt, hat die Teilkaskoversicherung in Sachen Sturmschäden klare Grenzen: „Lagen ein großer Ast oder ähnliche Gegenstände schon länger auf der Straße, greift die Teilkasko nicht. In so einem Fall zahlt nur die Vollkaskoversicherung.“

Schäden sofort melden und dokumentieren



Egal ob ein Schaden durch Sturm, Hagel oder Hochwasser entstanden ist: Er muss der Versicherung schnellstmöglich gemeldet werden. Dazu müssen Versicherte folgende Angaben machen:

• Wann (Datum und Uhrzeit) ist der Schaden entstanden
• Wo kam es zur Beschädigung?
• In welchem Umfang wurde das versicherte Objekt beschädigt?

Je nach Schadensart, kann die Versicherung Angaben vom zuständigen Wetteramt verlangen. Dies gilt zum Beispiel bei Bäumen, welche vor fahrende Autos stürzen. Fotos, die den Schaden aus mehreren Perspektiven dokumentieren, sind empfehlenswert. Um Folgeschäden zu meiden, die eine Versicherung nicht übernehmen muss, sind Fahrzeugbesitzer verpflichtet entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Nach der Schadensmeldung schicken Versicherer einen Sachverständigen. Dieser ist für die fachkundige Bewertung des Schadens verantwortlich. Keinesfalls sollten Versicherte ohne Absprache mit der Versicherung einen Gutachter beauftragen, da die Kosten dann aus eigener Tasche zu tragen sind.

Bildquelle: bykst (pixabay.com)

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