Hybridantrieb Entwicklung

Der Hybridantrieb ist keine Erfindung des 20./21. Jahrhunderts. Als Vater des Hybridantriebs im Fahrzeugbereich gilt Ferdinand Porsche. Bereits im Jahr 1896 meldete er ein Patent für elektrische Radnabenmotoren an. Aufbauend auf dieser Grundlage fertigte er 1902 zusammen mit dem Wiener Fahrzeugbauer Jacob Lohner den „Mixte“-Hybridantrieb. Dieser Antrieb bestand aus einem Dynamo, der mit einem Benzinmotor angetrieben wurde. Dieser lieferte Strom für die Batterie. Der Radnabenmotor ersparte dabei Getriebe und Kraftübertragung.

Das erste wirkliche Fahrzeug mit Hybridantrieb wurde 1899 unter dem Namen La Cuadra in Barcelona vorgestellt. La Cuadra verfügte sowohl über einen Elektromotor als auch über einen zusätzlichen 5 PS-Verbrennungsmotor. Der Verbrennungsmotor trieb hierbei einen Dynamo für die Batterien an.

Die Faszination Hybridauto ließ Fahrzeugentwickler und Forscher seitdem nicht wieder los. Bis ins Jahr 1972 lassen sich zum Beispiel amerikanische Studien zurückverfolgen. Kurz zuvor war das Federal Clean Car Incentive Program zum Schutz der Umwelt gestartet worden. Im Rahmen dieses Programms wurde dem Amerikaner Victor Wouk 1972 ein Buick Skylark von General Motors zur Verfügung gestellt, der von ihm in ein Hybridfahrzeug umgerüstet wurde.

Kurz nach den Vereinigten Staaten von Amerika beschäftigten sich auch die Japaner mit Hybridantrieben. 1977 baute Toyota einen Toyota Sports 800 um, so dass das Fahrzeug nun mit Gasturbinen. Und Elektrohybridantrieb lief. In Deutschland beschäftigte sich Mercedes-Benz ab 1982 mit ersten Hybrid-Prototypen. Bis heute entwickelt Mercedes Prototypen, die jedoch nie in Serienproduktion gingen.

In den 80er Jahren beschäftigten sich auch so gut wie alle großen Hersteller mit dem Thema Hybridantrieb. So wurde bei Volkswagen beispielsweise jahrzehntelang an unterschiedlichen Hybridkonzepten geforscht. Im Jahr 1988 unternahm VW einen Flottenversuch in Zürich: 20 Parallelhybrid-Fahrzeuge wurden von Privatpersonen über einen Zeitraum von drei Jahren gefahren. Das Projekt wurde von der ETH Zürich wissenschaftlich betreut und ausgewertet.

Nach Volkswagen widmete auch Audi der Thematik viel Entwicklungs- und Testzeit. 1989 präsentierte man hier einen Prototyp eines Audi 100 Avant quattro. Dieses Fahrzeug wurde mit einem 2,3l und 100kW-Benzinmotor und einem 9,3 kW-Elektromotor angetrieben. Die Besonderheit hier: die Kardanwelle zu den Hinterrädern. In den folgenden Jahren präsentierte Audi immer neue Modelle und Weiterentwicklungen, was schließlich im ersten gewerblich angebotenen Hybridfahrzeug gipfelte. Der Audi 80 duo aus dem Jahr 1994 war jedoch zu teuer und galt als praktisch unverkäuflich. Ihm folgte 1997 der Audi A4 duo, von dem 90 Exemplare gefertigt wurden. Aber auch hier mangelte es wie bereits zuvor an Resonanz, so dass sich Audi mehr auf den Markt für Diesel-Direkteinspritztechnik konzentrierte.

Der Toyota Prius wird häufig in einem Atemzug mit dem Stichwort Hybridantrieb genannt. Seit 1997 wird er seriell hergestellt und ist zwischenzeitlich in der nächsten Generation erhältlich. Benzin- und Elektromotor werden hier über ein Planetengetriebe an die Antriebsachse gekoppelt. Bei Bedarf kann beim Prius der Verbrennungsmotor komplett abgeschaltet werden. Bei gleich bleibender Last sorgt einzig der Benzinmotor für Antrieb, während er gleichzeitig die Batterie mittels eines Generators wieder auflädt. Nimmt die Last zu, treiben beide Motoren das Fahrzeug an. Laut Werksangaben lassen sich so Energieeinsparungen von etwa 30-40% gegenüber normalen Benzinern der gleichen Fahrzeugklasse realisieren.

Der erste SUV mit Hybridantrieb kommt von Toyota. Der Highlander besitzt neben dem Benzinmotor je einen Elektromotor auf der Vorder- und Hinterachse. Erhältlich ist er seit Ende der 1990er Jahre, die zweite Generation seit 2006. Der Highlander wird vor allem für den amerikanischen und japanischen Markt produziert.

Eine viertürige Limousine mit Hybridantrieb bietet Honda seit 2004 (Nachfolger seit 2006) mit dem Civic Hybrid. Der bisher kleinste jemals serienmäßig gebaute Hybrid-Wagen kommt von Suzuki: der Twin Hybrid von 2001. Aufgrund seiner Größe galt er in Japan als steuerbegünstigtes K-Car. Der Absatz war jedoch vor allem aufgrund des trotzdem hohen Preises mehr als gering. Die Konsequenz: im November 2003 wurde der Twin Hybrid aus dem Suzuki-Programm gestrichen.

In den letzten Jahren wird das Thema Hybridantrieb wieder stärker diskutiert, auch aufgrund der Klimakatastrophen und der allgemeinen Diskussion über Umweltschutz. Aus diesem Grund ziehen auch die Autohersteller nach und bieten in den letzten Jahren Weiterentwicklungen der Hybrid-Fahrzeuge an. Ford, zum Beispiel, bietet einen Hybrid-Geländewagen an, ebenso die Ford-Tochter Mercury und Lexus. Die meisten Neuentwicklungen basieren dabei auf den Toyota-Entwicklungen der 1990er Jahre. Auch DaimlerChrysler und PSA Peugeot Citroen haben das Thema Hybridantrieb für sich entdeckt und stellten Getriebe und Demonstrationsmodelle vor.



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