Schadenfreiheitsrabatt

Der Schadenfreiheitsrabatt (Abk.: SF-Rabatt) ergibt sich aus der Anzahl der schadensfreien Jahre während der Laufzeit eines Vertrages. Er wird prozentual zugewiesen und dadurch eine bestimmte Kategorie ermittelt, die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse), die ihrerseits in Ziffern/Zahlen angegeben wird. Dadurch werden dem Kunden entsprechende Rabatte auf die Versicherungs-Grundprämie gewährt. Diese schadenfreien Jahre werden üblicherweise getrennt nach Kfz-Haftpflichtversicherung und Kasko-Versicherung gezählt, da die beiden Versicherungen gesetzlich und vertraglich unabhängig voneinander sind. Der jeweilige Schadenfreiheitsrabatt wird in den Tarifbestimmungen der Versicherer festgehalten und kann dort nachgelesen werden. Keinen SF-Rabatt gibt es in der Teilkasko-Versicherung.

Wird das Versicherungsunternehmen gewechselt, können die schadensfreien Jahre nicht übertragen werden. Jedoch erfragt der neue Versicherer durchaus die Anzahl der schadensfreien Jahre und die Anzahl der Schäden des Vorjahres um eine Berechnungsgrundlage zu haben. Gemäß seinen eigenen Tarifbestimmungen errechnet er dann daraus den neuen SF-Rabatt.

Durch einen Haftungsfall werden zu Beginn des darauf folgenden Jahres eine bestimmte Anzahl schadensfreier Jahre abgezogen; es kommt es zur sogenannten Rückstufung. Auch dies geschieht getrennt nach Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkasko-Versicherung; aufgetretene Schäden, die in den Bereich der Teilkasko-Versicherung fallen wirken sich hier nicht aus. Wie viele Jahre abgezogen werden regeln die jeweiligen Tarifbestimmungen des Versicherungsunternehmens (auch „Rückstufungstabelle“), bei dem der Kunde aktuell versichert ist. Aus den übriggebliebenen Jahren ergibt sich der neue Schadenfreiheitsrabatt.

Deshalb lohnt es sich häufig bei kleineren Schäden, diese vorab ggf. in einer Werkstatt schätzen zu lassen und sich bei der Versicherung zu erkundigen, bis zu welcher Summe die Selbstbeteiligung sinnvoll ist oder ob man den Schaden evtl. sogar komplett selbst tragen sollte um eben der Rückstufung zu entgehen.

Neuerdings bieten einige Versicherungsgesellschaften durch das individuelle Einstufungssystem oder gegen einen Mehrbeitrag auch kundenfreundlichere Tarife, sogenannten Rabattschutz an. Bereits enthalten ist in Versicherungen hingegen nicht selten ein Rabattretter. Beide federn im Haftungsfall die ungünstige Rückstufung ab und gelten nur in dem Bereich, in dem der jeweilige Versicherungsschaden entstanden ist (Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkasko-Versicherung); auf die andere Versicherung hat es keinerlei Auswirkungen. Eine weitere Option ist innerhalb der Kfz-Haftpflichtversicherung (seltener in der Vollkasko-Versicherung) der Rückkauf in die alte Schadenfreiheitsklasse (vor dem Schaden). Dem Versicherungsnehmer wird hier die Möglichkeit angeboten, innerhalb von 6 Monaten nach einem aufgetretenen Schaden, durch Zahlung (der Erstattungsleistungen) die Einteilung in eine höhere und damit teurere SF-Klasse zu verhindern. Bei Schäden bis zu 500€ ist der Versicherer verpflichtet auf diese Chance hinzuweisen.

Sollte man nach einem Schadensfall den Versicherer wechseln, so könnte es sein, dass der Rabattschutz außer Acht gelassen wird und man dadurch in der Schadenfreiheitsklasse landet, in die man ohne Rabattschutz eingestuft worden wäre. Ein Wechsel sollte also an dieser Stelle wohlüberlegt und der neue Versicherer mit Bedacht gewählt werden.

Egal ob mit oder ohne Schaden - ein Wechsel könnte durchaus vorteilhaft sein: er kann einen noch günstigeren Rabatt (für später) mit sich bringen und einen Rabattverlust mindern oder sogar ganz verhindern.

Möglichkeiten des Geldsparens bestehen auch im Bereich der Rabattübertragung, wobei es sich um die Übernahme der Rabatte aus Verträgen Dritter handelt. Diese Übertragung kann vom Abgebenden an die übernehmende Person nur unter ganz bestimmten Bedingungen (gemäß TB 26, früher TB 28) erfolgen.

So muss glaubhaft gemacht werden, dass die übernehmende Person das Fahrzeug des Abgebenden nicht nur gelegentlich, sondern vielmehr häufig bzw. regelmäßig gefahren hat. Des Weiteren muss der Abgebende mit der Übertragung einverstanden sein und ihr zustimmen. Die rabattabgebende Person muss Ehe- oder Lebenspartner, Elternteil oder Kind oder juristische Person (eine ins Handels- oder Vereinsregister eingetragene Gemeinschaft, wie z.B. GmbH, Aktiengesellschaft, Stiftung bürgerlichen Rechts, Verein, Genossenschaft) sein. Bei einer häuslichen Gemeinschaft kann auch an Großeltern, Enkel, Geschwister eheähnlich lebende Lebenspartner der SF-Rabatt abgegeben werden.

Wichtig zu wissen ist, dass die Höhe des Rabattes, der übernommen werden kann, rein fiktiv ist und individuell berechnet wird – also im selben Fall bei unterschiedlichen Personen verschieden hoch sein kann! Sie richtet sich nämlich nach dem jeweiligen (fiktiven) Vertrags- und Schadensverlauf und darüber hinaus nach der Summe der Jahre der Fahrerlaubnis. Wenn der Übernehmende z.B. erst seit 5 Jahren den Führerschein hat, so können ihm auch nur max. 5 Jahre übertragen werden, da er auch nur so viele selbst hätte erreichen können; der Rest des zu übertragenden SF-Rabattes verfällt ersatzlos, da der Rabatt nicht unter mehreren Personen aufgeteilt werden kann. Somit sollte also genau hingeschaut werden, für wen eine Übertragung am lohnendsten ist, falls mehrere Personen in Frage kommen. Was viele nicht wissen ist, dass auch die SF-Übertragung von Toten durch Vorlage einer Sterbeurkunde möglich ist. Das Ableben der Person darf allerdings nicht länger als 7 Jahre her sein, ansonsten verfällt die Möglichkeit dieser Rabattübertragung.

Außerdem solle man beachten, dass die übernehmende Person nicht nur die Annehmlichkeiten, sondern auch die Nachteile übernimmt, da auch evtl. aufgetretene Schäden übertragen bei seiner Einstufung in die SF- Klasse zugerechnet werden (was aber aus Sicht des Versicherers durchaus sinnvoll ist, da der Übernehmende das Fahrzeug der Abgebenden Person im übernommenen Zeitraum überwiegend genutzt/gefahren und somit auch die etwaigen Schäden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verursacht hat). Die übernehmende Person wird so gestellt, als hätte sie selbst zuvor den Vertrag abgeschlossen und die Schäden provoziert. Voraussetzung hierfür ist neben der Nutzungsmöglichkeit natürlich auch der Besitz der Fahrerlaubnis für den entsprechenden zu übernehmenden Zeitraum.

Auch könnte eine Rückübertragung auf die zuerst abgebende Person recht schwierig werden, da glaubhaft versichert werden musste, dass ihr Fahrzeug in erster Linie von jemand anders genutzt wurde und es nun – nach der Übertragung - umgekehrt der Fall war. Nach einem verhältnismäßig langen Zeitraum von ca. 5 Jahren ist es hingegen wieder möglich eben diese 5 Jahre zurück zu übertragen. Auch hierbei verfällt dann ein eventueller Rest wieder. Bei der Übertragung auf eine juristische Person (GmbH, Verein o.ä.), welche ggf. für Geschäftsfahrzeuge durchaus interessant sein kann, ist Vorsicht geboten. Denn eine evtl. spätere Rückübertragung kann durchaus mit rechtlichen Komplikationen verbunden sein weil z.B. kein rechtlicher Anspruch (auf das Firmenvermögen) mehr besteht.

Zu verhindern gilt hingegen ein Rabattverlust oder eine Reduzierung durch Vertragsunterbrechung! Der Verlust bezieht sich im Wesentlichen auf die Kfz-Haftpflichtversicherung, zum Großteil auch auf die Vollkasko-Versicherung (wobei sich hier aufgrund der oftmals kürzeren Versicherungsdauer andere Bedingungen und Einstufungen ergeben, die auch noch von Versicherungsunternehmen zu Versicherungsunternehmen variieren). Jedoch ist für alle gleich interessant, dass man durch einen Wechsel nicht selten Geld sparen kann! Wenn ein Versicherer z.B. Rabatte (durch Unfall oder anderen Schaden) löscht oder schlechter stellt, so kann ein anderes Versicherungsunternehmen durch Vorlage der Fahrzeugpapiere unter Umständen eine wesentlich bessere Einstufung erreichen (es würde dann einfach so getan, als hätte der Grund für den Rabattverlust, den das andere Unternehmen angibt, gar nicht existieren und aus Sicht der Versicherung quasi „bei Null“ angefangen; die Beule etc. wird einfach ignoriert).

Versicherungsunterbrechungen von bis zu 6 Monaten werden so behandelt, als hätten diese nie stattgefunden. Sie werden mit der letzten Einstufung so wieder in Kraft gesetzt, als hätte es keine Unterbrechung gegeben. Zwischen 6 Monaten und 12 Monaten Versicherungsunterbrechung führt das zum Stillstand des SF-Rabattes. Wenn kein Schaden berücksichtigt werden muss, wird anschließend auch hier wieder in die alte SF-Klasse eingestuft. Zwischen 12 Monaten und 7 Jahren sind die Regelungen der Kfz-Versicherung sehr verschieden: bei manchen Versicherern stagniert auch in diesem Zeitraum der SF-Rabatt nur, aber teilweise verschlechtert er sich bei manchen Versicherern pro Jahr – hier gilt es genau aufzupassen bei den eigenen Verträgen!

Nach diesen 7 Jahren ist es vom Versicherer (wie z.B. ERGO) abhängig, ob alle vorhandenen Rabatte gelöscht werden oder ob der SF-Rabatt auch weiterhin „nur“ stillgelegt wird bzw. bleibt.

Die kostenlose Wiederaufnahme des stillgelegten SF-Rabattes beim jeweiligen Versicherungsunternehmen ist in der Regel möglich, wenn dem Versicherer glaubhaft nachgewiesen werden kann, dass im Versicherungszeitraum die Fahrerlaubnis sowie der notwendige Kfz-Versicherungsschutz ununterbrochen bestanden hat.

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